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Der Katastrophe entkommen

In Dresden ist er kein Unbekannter. Hans-Ulrich Thomale erlernte das Fußball-ABC bei Motor Sörnewitz, wechselte über die TSG Meißen zum SC Einheit Dresden (ab 1966 FSV Lok).

Bei Stahl Riesa in der DDR-Oberliga beendete er 1971 aus gesundheitlichen Gründen seine aktive Karriere. Bis Oktober des vergangenen Jahres war er dann als Trainer in verschiedensten Vereinen beschäftigt: HFC Chemie (Nachwuchs), FC Carl Zeiss Jena (Nachwuchs), Wismut Aue, 1. FC Lok Leipzig, Kasseler SV, FC Homburg, Grazer AK, KFC Uerdingen, FC Chengdu (China), VfB Leipzig, VFC Plauen, FC Rot-Weiß Erfurt und Kasseler SV.

Derzeit liegt Thomale in einem Kölner Krankenhaus, wo ihn Andreas Tschorn, Mitglied beim Dresdner SC, besuchte und von Thomales erschütternden Erinnerungen an die Tage zum Jahreswechsel erfuhr.

Mit seiner Frau traf Kassels ehemaliger Trainer am 21. Dezember vergangenen Jahres zum alljährlichen Weihnachtsurlaub in Thailand ein. Im Ferienparadies Khao Lak überraschte auch sie die Flut. "Wir wurden von der ersten großen Welle erwischt und in den Swimmingpool geschleudert. Meine Frau hat sich beim Aufprall auf den Beckenrand die Lunge gequetscht. Mit der zweiten Welle wurde sie wieder hinausgespült", erzählt der 60-Jährige. Neben der Quetschung beider Lungenflügel hatte sie sich zwei Rippen und die Hüfte gebrochen. Thomale selbst wurde beim Unglück fast bewusstlos, verlor seine Frau aus den Augen und kam auf einem Lastwagen ins Krankenhaus nach Phuket. Dort lieferte man zwei Tage später auch seine Frau ein, was er jedoch nicht wusste. Erst durch den in Phuket lebenden deutschen Koch Gerd Wissemann erfuhr er, dass seine Frau lebt.

Mit einer Militärmaschine und weiteren 45 Deutschen wurde er am 3. Januar in eine Kölner Klinik geflogen, wenig später auch seine Frau. Thomale erlitt mehrere Rippenbrüche und musste an den Beinen operiert werden. Eine weitere Operation sowie eine Hauttransplantation folgten. Ihm wurde psychologische Betreuung angeboten, die er jedoch ablehnte. "Ich bin stark genug, um darüber hinwegzukommen. Außerdem sind meine beiden Söhne hier, auf die ich sehr stolz bin. Sie geben meiner Frau und mir viel Kraft." Obwohl die Thomales noch schwer gezeichnet wirken, geht es Ihnen schon besser. Eine Entlassung aus dem Krankenhaus Köln-Merheim ist aber noch nicht in Sicht.

Seit 1990 lebt Familie Thomale in Kassel. Meißen und Dresden sind aber ihre Heimat geblieben. "Ich fahre regelmäßig nach Hause, um meine Bekannten zu besuchen. Ich habe nicht vergessen, dass ich dort klein angefangen habe. Meine Eltern hatten nie viel Geld. Aber dafür bin ich mit viel Liebe aufgewachsen. Als 19-Jähriger lernte ich in einem Dresdner Sportinternat. Morgens arbeitete ich in einer Spielzeugfabrik und ging nachmittags zum Fußballtraining. Von meinem ersten Geld beim SC Einheit Dresden, 400 DDR-Mark, habe ich meinem Vater ein Fahrrad gekauft."

Uli Thomale freute sich sehr, dass man ihn in seiner Heimat nicht vergessen hat. "Ich danke allen, die uns die Daumen drücken, und ich wünsche vor allem denen, die in einer schlimmen Situation stecken, Mut und Kraft!"Andreas Pfitzner

Quelle: Sächsische Zeitung


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